SharePoint Leistungsoptimierung per Ressourcensteuerung

Das Thema wird in mancher Literatur oder den -Examen auch als resource throttling bzw. bezeichnet.

Es handelt sich dabei um ein neues Feature in SharePoint 2010, das zur Überwachung der Serverressourcen dient. Diese Überwachung erfolgt vom SharePoint-Server aller 5 Sekunden, wobei nach dreimaliger Fehlermeldung das System die Ressourcen drosselt. Sobald die Prüfung keine Einschränkungen mehr ergibt, wird diese Drosselung natürlich wieder aufgehoben.

Die Ressourcendrosselung kümmert sich also um die Performance des SharePoint-Systems und verhindert damit eine Überlastung des Servers.

Sinnvoll ist die Ressourcensteuerung bei sehr großen Listen in SharePoint. Denken Sie jedoch daran, dass die Nutzung der Ressourcensteuerung wohl überlegt sein sollte, denn die Nutzer bekommen sonst auch Fehlerseiten angezeigt, was wiederum dann nicht mehr zur Freude der Nutzer führt.

Konfiguration der Ressourcensteuerung

Die Ressourcensteuerung legen Sie für einzelne Webanwendungen fest, indem Sie folgende Schritte durchführen:

  1. Wählen Sie ZentraladministrationAnwendungsverwaltung
  2. Unter Webanwendungen wählen Sie Webanwendungen verwalten
  3. Wählen Sie die Webanwendung, für die die Ressourcensteuerung aktiviert werden soll
  4. Aus der Menüzeile (Ribbon) wählen Sie nun aus dem Button Allgemeine Einstellungen den Punkt Ressourcensteuerung

  5. Im folgenden Konfigurationsfenster können Sie verschiedene Schwellenwerte einstellen. Geben Sie bspw. als Schwellenwert für die Listenansicht ein, wie viele Elemente einem Nutzer in einer Liste maximal angezeigt werden. Je mehr Elemente gleichzeitig verarbeitet werden müssen, desto mehr Leistung wird benötigt.
  6. Im Abschnitt Außerkraftsetzung des Objektmodells wählen Sie die Option JA, wenn berechtigte Nutzer die Möglichkeit haben sollen, den festgelegten Grenzwert per benutzerdefiniertem Code überschreiten zu können.
  7. Außerdem können Sie den Grenzwert für Administratoren und Auditoren separat festlegen und damit die oben festgelegte Grenze übergehen.
  8. Den Datenbankverkehr können Sie mit dem Schwellenwert für den Listenansicht-Nachschlagevorgang konfigurieren.
  9. Im Bereich Tägliches Zeitfenster für umfangreiche Abfragen definieren Sie, das tägliche Zeitfenster, in dem jeder SharePoint-Nutzer Abfragen ausführen darf, die die festgelegten Schwellenwerte überschreiten. Beispielsweise können Sie hier umfangreiche Workflows einplanen. Sie sollten dennoch die Zeit so wählen, dass die sonstige Auslastung in diesem Zeitfenster gering ist, damit in Summe keine Überlastung stattfindet.
  10. Unter Abwärts kompatible Ereignishandler können Sie festlegen, ob die Ereignishandler kompatibel zum Code sein müssen, der für ältere Versionen geschrieben wurde. Sollen also für SharePoint 2007 erstellte Ereignishandler auch noch unter 2010 laufen?
    Bitte nur aktivieren, wenn es sein muss, da die Performance damit sinkt.
  11. Unter HTTP-Anforderungsüberwachung und –steuerung de-/aktivieren Sie die Steuerungsüberwachung für http-Anforderungen und damit die Drosselung für Webanforderungen auf Webfrontendservern.
    Bei einer http-Anforderungsüberlastung auf dem Webserver werden bspw. die Anforderungen mit niedriger Priorität abgewiesen.
  12. Die Lebensdauer der Einträge im Änderungsprotokoll legen Sie im Bereich Änderungsprotokoll fest. Die Speicherplatznutzung sinkt natürlich mit sinkendem Wert, d.h. je weniger Tage das Protokoll speichert, desto geringer ist die Dateigröße und damit die Speicherplatznutzung.

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