KMS oder MAK – was unterscheidet was?

Immer wieder stößt man auf die verschiedenen Möglichkeiten der Produktaktivierung bei Microsoftprodukten. Früher gab es die Volumenlizensierung und was gilt jetzt?
oder ? Hier ist dazu mal ein kleiner Überblick.

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Nach der Überarbeitung des Lizensierungsmodells von Microsoft vor einigen Jahren, bleiben im Großen und Ganzen zwei Lizensierungstypen übrig, nämlich KMS (Key Management Service) und MAK (Multiple Activation Key). Das sind also die aktuellen Volumenaktivierungsdienste von Microsoft. Wo aber ist nun der feine Unterschied?

Bei einer Aktivierung mit KMS läuft das Ganze im eigenen Netzwerk. Die zu aktivierenden Systeme verbinden sich mit dem hauseigenen KMS-Server und müssen nicht den langen Weg bis zu Microsoft gehen. Lediglich der KMS-Server, dessen Aktivierungsdienst bei Microsoft aktiviert werden muss, sollte sich mit Microsoft verbinden können. Die zu aktivierenden Systeme an sich finden den Weg zum KMS-Server selbst und aktivieren sich automatisch. Eine bestehende Internetverbindung wird nicht benötigt und auch ein Eingreifen des Administrators ist im Normalfall nicht mehr notwendig. Die Aktivierung erfolgt für einen Zeitraum von 180 Tagen, sowohl für KMS-Server als auch für die Clients. Vor Ablauf dieser Frist muss die Aktivierung erneuert werden. Auch dies geschieht in der Regel automatisch, ohne dass der Anwender es bemerkt. Für kleinere Unternehmen ist diese Variante nicht von Vorteil, denn für KMS ist eine Mindestanzahl von 25 Clients Pflicht.

Bei MAK hingegen findet sozusagen eine Sofortaktivierung über einen Aktivierungsserver von Microsoft statt. Dies geschieht pro Client einmalig und kann entweder über das Internet oder per Telefon durchgeführt werden. Die zweite Methode vom MAK-Verfahren ist der Aktivierungsproxy. Dabei werden Informationen zur Aktivierung von den einzelnen Systemen gesammelt und erst dann an Microsoft gesendet. Somit werden die Anfragen gebündelt und die Clients müssen sich nicht einzeln mit dem Microsoftserver verbinden. Für die Einrichtung eines MAK-Proxys und für den Wechsel zwischen den Aktivierungsmethoden benötigt man das im WAIK enthaltene VAMT, das Volume Activation Management Tool.
Der Vorteil vom MAK ist, dass die Aktivierung erhalten bleibt und nicht nach Ablauf einer bestimmten Frist erneuert werden muss. Die Anzahl der eigentlichen Aktivierungen verbirgt sich hinter dem bei Microsoft hinterlegten MAK-Key. Eher ein Nachteil ist, dass die Aktivierung nicht automatisch geschieht. Die magische Grenze ist hier 25! Denn bei weniger als 25 Systemen muss MAK verwendet werden.

Beide Verfahren werden für verschiedene Produkte von Microsoft genutzt. Beispielweise können Sie die neueren Microsoft-Betriebssysteme und auch die Office-Produkte mit diesen Verfahren aktivieren.

Nachtrag (Alexander Damm)

Der Produktschlüssel der sich hierbei im Microsoft Volume Licensing Service Center hinter KMS verbirgt ist hierbei nicht der Schlüssel mit dem der eigentliche Client aktiviert wird. Die Downloadversion einer z.B. Windows 7 KMS Version enthält bereits einen KMS-Standard Key. Diese Schlüssel sind auch öffentlich bei Microsoft zu finden (KMS Client Setup Keys). Bei den angegebenen KMS Key handelt es sich lediglich um den Schlüssel für den KMS Server! Hier kommt es in der Praxis häufig zu Verwechslungen.

Weiterhin ist ein Schlüsselwechsel zwischen KMS und MAK auch nachträglich per SLMGR möglich.

Update 24.08.2018: Hier noch mal eine aktuelle Version der KMS Client Setup Keys auch für Windows 10 und Windows Server 2016:
https://docs.microsoft.com/de-de/windows-server/get-started/kmsclientkeys

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